Wahlkreisprognose Sachsen-Anhalt

Die interaktive Wahlkreisprognose zeigt die simulierten Gewinnchancen für alle 41 Wahlkreise bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026. Grundlage sind amtliche Wahlergebnisse, aktuelle Umfragen, bestätigte Direktkandidaturen und 25.000 Simulationen.

Modellversion
3.3
25.000 Simulationen
Datenstand28.08.2026 Umfragen berücksichtigt bis28.08.2026 Kandidatenstandamtliche Wahlvorschläge · 28.08.2026 Wahlrecht§§ 32–35 LWG LSA
Nach der Landtagswahl 2026

Auswertung des Wahlkreismodells 3.3

Die Landtagswahl 2026 war der erste vollständige Praxistest für unser Wahlkreismodell 3.3. Wir haben geprüft, wie präzise das Modell gewesen wäre, wenn wir das landesweite Zweitstimmenergebnis bereits vor der Wahl gekannt hätten, und unsere letzte Prognose vom Tag vor der Wahl mit den tatsächlichen Ergebnissen aller 41 Wahlkreise verglichen.

0,53Prozentpunkte durchschnittlicher Zweitstimmenfehler bei bekanntem Landesergebnis
39 / 41Wahlkreissieger in unserer letzten Prognose vor der Wahl richtig
2,21Prozentpunkte Zweitstimmenfehler in unserer letzten Prognose vor der Wahl
1,63Prozentpunkte Erststimmenfehler in unserer letzten Prognose vor der Wahl
Der wichtigste Befund: Wenn wir das Landesergebnis schon vor der Wahl gekannt hätten, hätte unser Modell die Zweitstimmen in den 41 Wahlkreisen im Durchschnitt auf 0,53 Prozentpunkte genau getroffen.
Perspektive 1

Wenn wir das Landesergebnis schon vor der Wahl gekannt hätten

Nach der Wahl haben wir ausschließlich den landesweiten Ausgangswert durch das tatsächliche Zweitstimmenergebnis ersetzt. Das Wahlkreismodell selbst blieb unverändert. So lässt sich prüfen, wie präzise das Modell ein bekanntes Landesergebnis auf die 41 Wahlkreise überträgt.

0,53 Prozentpunkte
durchschnittlicher Zweitstimmenfehler
Perspektive 2

Unsere letzte Prognose vom Tag vor der Wahl

Hier vergleichen wir exakt den Modellstand und den landesweiten Ausgangswert, mit denen die Wahlkreisprognose am Tag vor der Wahl veröffentlicht wurde, mit dem tatsächlichen Ergebnis. Nachträgliche Änderungen fließen nicht ein.

39 von 41
Wahlkreissieger richtig · 2,21 Punkte Zweitstimmenfehler
KennzahlWenn wir das Landesergebnis gekannt hättenLetzte Prognose vor der Wahl
Zweitstimmenfehler0,53 Punkte2,21 Punkte
Erststimmenfehler2,80 Punkte1,63 Punkte
Wahlkreissieger richtig38 von 4139 von 41
Abdeckung der 90%-Intervalle, Zweitstimme86,3 %29,9 %
Auswertung im Detail

Wie präzise ist die regionale Zweitstimmenmodellierung?

Die Rechnung mit dem tatsächlichen Landesergebnis ist für die Bewertung des eigentlichen Wahlkreismodells besonders aussagekräftig. Das Modell leitet aus vergangenen Wahlen für jede Partei ein regionales Wahlkreisprofil ab. Vereinfacht geht es um die Frage: Ist eine Partei in einem bestimmten Wahlkreis typischerweise stärker oder schwächer als im Landesdurchschnitt?

Wenn das tatsächliche Landesergebnis als Ausgangspunkt verwendet wird, liegt der durchschnittliche Fehler über alle Parteien und Wahlkreise bei lediglich 0,53 Prozentpunkten.

ParteiDurchschnittlicher Fehler
CDU0,71 Punkte
AfD0,77 Punkte
Linke0,39 Punkte
SPD0,87 Punkte
Grüne0,53 Punkte
BSW0,34 Punkte
FDP0,22 Punkte
Sonstige0,43 Punkte

Auch systematische Über- oder Unterschätzungen einzelner Parteien verschwinden in dieser Rechnung weitgehend. Das ist der stärkste Befund der Auswertung: Die regionalen Unterschiede zwischen den Wahlkreisen lassen sich aus den historischen Wahldaten sehr präzise ableiten. Selbst bei einem deutlich veränderten landesweiten Kräfteverhältnis blieben die relativen regionalen Muster erstaunlich stabil.

Warum lag unsere letzte Prognose bei 2,21 statt 0,53 Prozentpunkten?

Unsere letzte Prognose vom Tag vor der Wahl musste mit dem landesweiten Trend arbeiten, der zu diesem Zeitpunkt verfügbar war. Dieser wich bei mehreren Parteien deutlich vom späteren Wahlergebnis ab.

  • CDU: rund 5,4 Prozentpunkte zu hoch
  • Grüne: rund 3,2 Punkte zu niedrig
  • Linke: rund 3,1 Punkte zu hoch
  • AfD: rund 2,1 Punkte zu niedrig

Diese landesweiten Abweichungen wurden anschließend auch auf die Wahlkreise übertragen. Entsprechend lag der durchschnittliche Zweitstimmenfehler in unserer tatsächlichen Prognose bei 2,21 Prozentpunkten.

Wird allein der landesweite Ausgangswert durch das tatsächliche Wahlergebnis ersetzt und das Wahlkreismodell ansonsten unverändert gelassen, sinkt der Fehler auf 0,53 Prozentpunkte. Das entspricht einer Reduzierung um rund 76 Prozent.

Der größere Teil der Zweitstimmenabweichung entstand damit beim landesweiten Ausgangspunkt und nicht bei der regionalen Übertragung auf die Wahlkreise.

39 von 41 Wahlkreissiegern richtig

In unserer letzten Prognose vom Tag vor der Wahl wurden 39 von 41 Wahlkreissiegern korrekt prognostiziert. Das entspricht einer Trefferquote von 95,1 Prozent.

Tatsächlich gewann die AfD 38 Wahlkreise, die Linke drei. Das Modell prognostizierte 40 AfD-Direktmandate und ein Direktmandat für die Linke.

Abweichungen gab es lediglich in Magdeburg II und Halle II. In beiden Wahlkreisen gewann tatsächlich die Linke, während das Modell die AfD vorne gesehen hatte. Der Sieg der Linken in Halle III wurde dagegen richtig prognostiziert.

95 Prozent Trefferquote sind nicht die ganze Geschichte

Die hohe Trefferquote muss eingeordnet werden. Weil die AfD 38 von 41 Wahlkreisen gewann, hätte bereits die einfache Annahme „Die AfD gewinnt jeden Wahlkreis“ 38 von 41 Wahlkreise und damit 92,7 Prozent korrekt getroffen. Unser Modell lag mit 39 von 41 Treffern darüber.

Der Vergleich zeigt aber, warum die Qualität eines Wahlkreismodells nicht allein an der Zahl richtig vorhergesagter Sieger gemessen werden sollte. Aussagekräftiger ist die Frage, wie präzise das Modell die tatsächlichen Stimmenanteile und die Unterschiede zwischen den Wahlkreisen abbildet. Gerade dafür ist der durchschnittliche Zweitstimmenfehler von 0,53 Prozentpunkten bei bekanntem Landesergebnis die entscheidende Kennzahl.

Erststimmen, Kandidateneffekte und taktisches Wählen

Bei den Erststimmen zeigt die Wahl ein anderes Bild. Eines der großen Muster dieser Landtagswahl war taktisches Wählen. Gerade in mehreren urbanen Wahlkreisen entschieden sich Wählerinnen und Wähler bei Erst- und Zweitstimme bewusst unterschiedlich.

Für ein Modell, das wesentlich auf historischen Wahldaten beruht, ist eine solche Dynamik nur begrenzt vorhersehbar. Historische Wahlergebnisse können zeigen, wie stark eine Partei strukturell in einem Wahlkreis ist, wie sich Erst- und Zweitstimmen bei vergangenen Wahlen unterschieden haben und ob Kandidierende bereits früher eine besondere persönliche Stärke gezeigt haben.

Nur eingeschränkt lässt sich daraus jedoch ableiten, ob sich wenige Tage oder Wochen vor einer konkreten Wahl eine neue strategische Dynamik entwickelt und Erststimmen gezielt auf bestimmte Kandidierende gebündelt werden. Hinzu kommen persönliche Bekanntheit, lokale Verwurzelung, frühere Direktkandidaturen, Stimmensplitting, lokale Wahlkampfdynamiken und die Wahrnehmung eines Wahlkreises als besonders knapp.

In unserer letzten Prognose vom Tag vor der Wahl lag der durchschnittliche Erststimmenfehler bei 1,63 Prozentpunkten. Interessanterweise steigt er auf 2,80 Prozentpunkte, wenn wir das tatsächliche Landesergebnis als Ausgangspunkt verwenden. Ein genaueres landesweites Zweitstimmenergebnis führt also nicht automatisch zu einer genaueren Erststimmenprognose. Gerade hier zeigt sich, wie eigenständig die Dynamik der Erststimme bei dieser Wahl war.

Wie gut waren die Prognoseintervalle?

Neben den eigentlichen Prognosewerten haben wir auch untersucht, ob das Modell seine eigene Unsicherheit realistisch eingeschätzt hat. Ein 90-Prozent-Intervall sollte langfristig ungefähr 90 Prozent der tatsächlichen Ergebnisse erfassen.

Wenn wir das tatsächliche Landesergebnis als Ausgangspunkt verwenden, liegen rund 86 Prozent der tatsächlichen Zweitstimmenergebnisse innerhalb der berechneten 90-Prozent-Intervalle. In unserer letzten Prognose vor der Wahl waren es dagegen nur rund 30 Prozent.

Das spricht dafür, dass die Unsicherheit der regionalen Verteilung vergleichsweise gut erfasst wurde, die Unsicherheit des landesweiten Ausgangspunkts vor der Wahl aber stärker hätte berücksichtigt werden müssen.

Unser Fazit

Wenn wir das Landesergebnis schon vor der Wahl gekannt hätten, hätte unser Modell die Zweitstimmen in den 41 Wahlkreisen im Durchschnitt auf 0,53 Prozentpunkte genau getroffen.

Damit bestätigt die Wahl die Grundidee des Modells: Historische regionale Muster lassen sich nutzen, um ein landesweites Ergebnis sehr präzise auf einzelne Wahlkreise zu übertragen.

Unsere letzte Prognose vom Tag vor der Wahl traf zudem 39 von 41 Wahlkreissiegern richtig. Gleichzeitig zeigt die Wahl, dass Erststimmen einer deutlich eigenständigeren Dynamik folgen. Insbesondere taktisches Wählen, Stimmensplitting und lokale Kandidatenkonstellationen lassen sich aus historischen Wahldaten erheblich schwerer vorhersagen.

Die Auswertung zeigt damit beides: wo das Modell bereits sehr präzise arbeitet und wo die Grenzen einer auf historischen Wahldaten basierenden Wahlkreisprognose liegen.

Vom landesweiten Stimmungsbild zum einzelnen Wahlkreis

So arbeitet das Modell
1Landesweite Umfrage

Aktuelles Stimmungsbild für Sachsen-Anhalt

2Unser Modell

Regionalisierung · Wahlhistorie · Kandidateneffekte · Unsicherheit

341 Wahlkreise

Projektion von Erst- und Zweitstimmen je Wahlkreis

4Prognose

Wahlkreissiege · Personeneinzug · Landtagsprojektion

Umfragebasis

Standardmäßig wird immer die aktuellste verfügbare Umfrage verwendet. Alternativ kannst du eine andere aktuelle Umfrage oder den transparent berechneten 30-Tage-Durchschnitt auswählen und die Werte anschließend anpassen.

Aktuellste Umfrage erfasst
Aktuelle UmfragenDAWUM plus vorab erfasste Umfrage · letzte 30 Tage
Die vorab erfasste Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom 28.08.2026 wird geladen.
DAWUM-Daten werden unter der Open Database License (ODbL) abgerufen. Die aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF vom 28.08.2026 wurde vorab manuell erfasst und ist als Standardgrundlage hinterlegt.
Aktive GrundlageForschungsgruppe Wahlen vom 28.08.2026 ist als Standard gesetzt.
Annahmen einstellen

Landtagsprojektion

Die Landtagsgröße wird einschließlich der Mehrsitzregelung nach § 35 LWG Sachsen-Anhalt automatisch berechnet.

Details zur Sitzberechnung

Prognostizierte Wahlkreissiege

Zentrales Szenario41 Wahlkreise

Anzahl der Wahlkreise, in denen eine Partei im zentralen Modell vorne liegt. Erwartungswerte und Gewinnchancen aus den Simulationen stehen im Wahlkreisdetail.

Prognostizierter Personeneinzug

Die Übersicht zeigt, wie viele Mandate die Parteien im zentralen Szenario direkt gewinnen und wie viele Sitze im Median über die Landesliste vergeben werden.

Amtliche Landeslisten 2026
Kandidatinnen und Kandidaten anzeigen
Einzug = Direkt + Liste; beide Wege schließen sich je Simulationslauf aus.
Personeneinzug wird berechnet …
Berechnung: In jedem Simulationslauf werden zunächst die 41 Wahlkreissieger und anschließend die endgültige Sitzverteilung nach § 35 LWG Sachsen-Anhalt bestimmt. Von den Sitzen einer Partei werden ihre Direktmandate abgezogen; die verbleibenden Mandate werden in amtlicher Listenreihenfolge vergeben. Direkt gewählte Bewerberinnen und Bewerber werden auf der Landesliste übersprungen. Angezeigt werden nur CDU, AfD, Linke, SPD, Grüne, BSW und FDP, weil nur diese Parteien im Modell landesweit einzeln geführt werden. Die Prozentwerte sind Simulationshäufigkeiten und noch nicht end-to-end als reale Eintrittswahrscheinlichkeiten historisch kalibriert.

Quelle der Namen, Listenplätze und Kreiswahlvorschläge: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, amtliche Wahlvorschläge zur Landtagswahl am 6. September 2026. Amtliche XLSX-Datei.

Wahlkreis im Detail

Prognostizierter Sieger

Stärkster Herausforderer

Wettbewerbslage

offenknappVorteilklare Führungsehr klare Führung

Die Einordnung folgt der vorsichtigeren Stufe aus simulierter Gewinnchance und unterer Grenze des 90%-Vorsprungsintervalls. Eine sehr klare Führung setzt mindestens 97,5 % simulierte Gewinnchance und auch am unteren Intervallrand mindestens 8 Prozentpunkte Vorsprung voraus. Die Prozentwerte sind Häufigkeiten innerhalb der Modellsimulation und noch nicht end-to-end als reale Eintrittswahrscheinlichkeiten historisch kalibriert.

Methodik

UmfragebasisDas Modell startet mit der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF vom 28.08.2026 als fest gesetzter Standardgrundlage. Umfragen können vor ihrer Aufnahme bei DAWUM vorab manuell erfasst werden. Die Standardwerte lauten AfD 40 %, CDU 23 %, Linke 13 %, SPD 9 %, Grüne 6 %, BSW 3 %, FDP 3 % und übrige Sonstige 3 %. Alternativ kann eine andere Einzelumfrage der letzten 30 Tage oder ein transparent berechneter Durchschnitt gewählt werden.
Historische DatengrundlageFür 28 reguläre Wahlkreise werden Landtagswahl 2021 zu 50 %, Europawahl 2024 zu 40 % und Bundestagswahl 2025 zu 10 % gewichtet; regionale Abweichungen werden um 10 % gedämpft. Für 13 Sonderwahlkreise gilt die Gewichtung 55/25/15/5 einschließlich Kommunalwahl. Gemeinde- und ergänzende Wahlbezirksergebnisse werden auf die Wahlkreise 2026 übertragen. Die Simulation berücksichtigt zusätzlich alternative Gewichtungen.
SonderzuschnitteIn Magdeburg I–IV, Halle I–IV, Dessau-Roßlau, Dessau-Roßlau-Wittenberg, Merseburg, Saalekreis und Bad Dürrenberg-Saalekreis wird die Landtagswahl 2021 stärker berücksichtigt. Für Halle I–IV fließen nun zusätzlich die Zweitstimmenergebnisse aller 126 Urnenwahlbezirke der Bundestagswahl 2025 ein. Da die 60 Briefwahlbezirke amtlich nur auf Stadtebene zuordenbar sind, werden ihre Stimmen anhand der Wahlscheinanteile und der lokalen Urnenwahlprofile rechnerisch auf die vier Wahlkreise verteilt.
WahlkreismodellAus den gewichteten historischen Ergebnissen wird für jede Partei ein regionaler Wahlkreisfaktor gegenüber dem jeweiligen Landesergebnis berechnet. Die ausgewählte aktuelle Umfrage bestimmt den Landestrend; dieser wird anschließend anhand der historischen Wahlkreisfaktoren regionalisiert.
ErststimmenmodellDie modellierte Erststimme baut auf der Zweitstimmenprojektion und den amtlichen Erst- und Zweitstimmenergebnissen der Landtagswahl 2021 auf. Tritt dieselbe Person erneut an, wird ihre frühere persönliche Stärke als Erst-/Zweitstimmen-Abstand auf der Logit-Skala empirisch geschrumpft fortgeschrieben. Die Kalibrierung aus den Landtagswahlen 2016 und 2021 ergibt dafür einen Faktor von rund 0,254. Pauschale MdL-, Direktmandats-, Regierungs- oder Ministerboni werden in Version 3.3 nicht zusätzlich gestapelt. Auch ein kommunalpolitisches Mandat wird bei Personen ohne eigene LTW-Vorgeschichte nicht als pauschaler Bonus angesetzt, weil es im getesteten Out-of-Sample-Modell keinen zusätzlichen Prognosenutzen gezeigt hat. Nicht landesweit gemessene Kleinparteien erhalten nur einen konservativen lokalen Ansatz; ohne tatsächlich zusätzliche Direktkandidatur wird dieser Stimmenanteil auf die vorhandenen Kandidierenden verteilt. Außergewöhnliche, verifizierte Feldkampagnensignale können über eine einheitliche parteiunabhängige Mobilisierungsregel berücksichtigt werden: Der gedeckelte Effekt stärkt die betreffende Kandidatur zulasten des jeweils stärksten modellierten Konkurrenten; derzeit erfüllt nur Halle III das hinterlegte Kriterium.
Simulation und Wettbewerbslage25.000 Monte-Carlo-Durchläufe berücksichtigen Umfrage-, Regionalisierungs-, Briefwahl- und Modellspezifikationsunsicherheit in einem Ensemble alternativer Gewichtungen. Die Ensemblegewichte 62/20/18 wurden in Version 3.2 gegen 50/25/25 und 70/15/15 sensibilitätsgeprüft. Im dafür verwendeten Validierungsfall vom 10.08.2026 änderten sich weder ein Wahlkreisfavorit noch eine Wettbewerbskategorie; die größte Abweichung bei den erwarteten Direktmandaten lag bei rund 0,03 Mandaten. Jede Simulation erhält außerdem einen deterministischen Seed aus Modellversion, Umfragewerten und Annahmen, sodass identische Eingaben exakt reproduzierbare Ergebnisse erzeugen. Für den simulierten Favoriten wird das mittlere 90%-Intervall seines Abstands gegenüber dem jeweils stärksten anderen Kandidaten berechnet.
Intervalle und MedianFür jede Partei und jede einzeln ausgewiesene kandidierende Person werden die Stimmenanteile aus 25.000 Simulationsläufen der Größe nach geordnet. Der Median ist der mittlere Wert dieser Verteilung: In jeweils der Hälfte der Simulationen liegt das Ergebnis darunter beziehungsweise darüber. Er wird in der Grafik durch den Punkt und als große Prozentzahl gekennzeichnet. Die farbige Linie reicht vom 5. bis zum 95. Perzentil und umfasst damit die mittleren 90 % der Modellsimulationen. Die Spannweite bildet nur die im Modell berücksichtigten Unsicherheiten ab und ist noch nicht als empirisch kalibrierte 90%-Abdeckung des späteren Wahlergebnisses zu verstehen.
SitzverteilungDie Landtagsprojektion beginnt mit der gesetzlichen Mindestgröße und berücksichtigt anschließend die Mehrsitzregelung nach § 35 LWG Sachsen-Anhalt. Entsteht ein Mehrsitz, wird die gesetzlich erhöhte Sitzzahl vollständig neu verteilt.
PersoneneinzugIn jedem Simulationslauf werden nach der Sitzverteilung zunächst die gewonnenen Wahlkreismandate einer Partei berücksichtigt. Die verbleibenden Sitze werden in der amtlichen Reihenfolge der Landesliste vergeben; bereits direkt gewählte Personen werden dabei übersprungen. Aus den 25.000 Läufen entstehen für jede Person getrennte Häufigkeiten für Direkt-, Listen- und Gesamteinzug.
ModellgrenzenDie Anwendung ist eine transparente Szenariorechnung, keine amtliche Prognose. Kandidaturen, regionale Effekte und Umfragewerte können sich ändern; kleine Veränderungen der Annahmen können besonders in knappen Wahlkreisen zu anderen Ergebnissen führen.

Datenquellen: Umfragen: dawum.de, Open Database License (ODbL). Historische Wahl- und Wahlkreisdaten: amtliches Wahlergebnisportal der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt – Landtagswahl 2021, Europawahl 2024, Kommunalwahl 2024 und Bundestagswahl 2025 –, Stimmenaustauschformat der Stadt Halle (Saale) zur Bundestagswahl 2025 sowie die amtliche Wahlkreiseinteilung für die Landtagswahl 2026. Kandidatennamen, Landeslisten und Kreiswahlvorschläge: amtliche Auswertung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026, eingelesen am 28.08.2026. Für den Personeneinzug werden ausschließlich die sieben im Modell einzeln ausgewiesenen Parteien berücksichtigt.